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Gemeinschaftspraxis für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin
Dr. Ottmar-Kohler-Str. 4
55743 Idar-Oberstein

Praxisgebäude. Priv.-Doz. Dr. Dietz. Wartebereich 1. Anmeldung. Kernspin. CT. Röntgen.

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letzte Seitenaktualisierung: 20.06.2018

W. C. Röntgen

Wilhelm Conrad Röntgen
27.03.1845 - 10.02.1923

Wilhelm Conrad Röntgen wurde am 27. März 1845 in Remscheid- Lennep geboren.

Er lebte von 1848 bis 1865 in Appeldoorn und Utrecht in den Niederlanden und ging dort zur Schule. Anschließend ging er nach Zürich und begann dort 1865 das Maschinenbaustudium. Röntgen befasste sich besonders mit der Experimentalphysik und assistierte dem bekannten Physiker August Kundt. Mit ihm wechselte er an die Universitäten Würzburg und Straßburg. Hier habilitierte er sich im Jahre 1874.

Ein Jahr später folgte Röntgen einem Ruf an den Lehrstuhl für Physik und Mathematik der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim. Bereits 1876 ging er zurück nach Straßburg, wo er bis 1879 Physik lehrte. Anschließend wechselte er erneut seinen Wirkungskreis, um als Professor für Experimentalphysik an der Universität Gießen zu arbeiten.

Schließlich zog es ihn von 1888 bis 1900 wieder an die Würzburger Universität; dort hatte er den Lehrstuhl für Experimentalphysik inne und war auch Rektor.

Professor Wilhelm Conrad Röntgen.

Während dieser Lebensphase ent- deckte er 1895 im Rahmen seiner Forschung über Kathodenstrahlen ei- ne neue Art der Strahlung, die er „X- Strahlen“ nannte. Später wurde diese

Röntgens Experimentierzimmer in Würzburg.

Strahlenart mit bisher unbekannten physikalischen Eigen- schaften nach ihm benannt; lediglich im angloamerikanischen Sprachraum heißen diese weiterhin „X-Rays“.

Wie diese Entdeckung zustande kam, wird beschrieben in dem Buch “Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild”, Deutsches Verlagshaus Bong & Co., ca. 1900:
“...In den letzten Tagen des Jahres 1895 machte nun Professor Wilhelm Konrad Röntgen in Würzburg in einem gänzlich verdunkeltem Raume des physkalischen Instituts der Universität Versuche mit Kathodenstrahlen, und zwar benutzte er dabei eine Crookessche Röhre ohne Metallfen- ster. Dabei wurde er ganz zufällig darauf aufmerksam, daß ein in der Nähe des Apparates stehender Schirm, der mit Baryumplatincyanür bestrichen war, bei jeder Entladung

hell aufleuchtete. Daraus ergab sich, daß aus dem Innern der Röhre Strahlen durch die Glaswand hindurchgegangen sein mußten, die beim Auftreffen auf den Schirm dieses Aufleuchten hervorbrachten. Da nun durch zahlreiche Versuche bereits bewiesen war, daß die gewöhnlichen Kathodenstrahlen niemals durch die Glaswand hindurchzugehen vermögen, so mußte eine völlig neue, bisher unbekannte Art von Strahlen vorliegen, die Professor Röntgen aus diesem Grunde mit dem Namen X-Strahlen belegte...”

.Im gleichen Jahr veröffentlichte er einen Aufsatz über seine Entdeckung für die Physikalisch-Medizinische Gesellschaft der Universität Würzburg:

Röntgens erste Veröffentlichung über die Röntgenstrahlen 1895.
Röntgenbild der Hand seiner Frau.

1896 demonstrierte Röntgen während eines Vortrages die medizinische Nutzungsmöglichkeit dieser neuen Strahlen: er zeigte mit Aufnahmen seiner und der Hände seiner Frau die ersten medizi- nischen Röntgenbilder der Welt.

Nur kurze Zeit später traten die „X- Strahlen“ ihren Siegeszug um die ganze Welt an.
Röntgen fasste von 1895 bis 1897 die experimentell gewonnenen Erkenntnisse über seine Entdeckung in drei Aufsätzen zusammen:
1895: „Über eine neue Art Strah- len“,

1896: „Eine neue Art von Strahlen“ und
1897: „Weitere Beobachtungen über die Eigenschaft der X-  Strahlen“.

Klassischer Versuchsaufbau.

Anschließend verließ er dieses revolutionäre Thema, um sich wieder seinem bevorzugten Fachgebiet, der Erforschung physikalischer Eigenschaften von Kristallen, zu widmen.

Im Jahre 1900 siedelte Röntgen nach München über. Dort wurde er Direktor des Institutes für Experimentelle Phy- sik.

1901 erhielt er den ersten Nobelpreis für Physik oder Medizin für die Entdeckung der Röntgenstrahlen.

Röntgen ließ sich seine Erfindung nie patentieren: Es waren stets andere, die mit seiner Entdeckung reich wurden; er selbst litt im Alter unter wirtschaftlicher Not, obwohl er für sein wissenschaftliches Gesamtwerk 110 nationale und internationale Ehrungen erhielt.

Wilhelm Conrad Röntgen stirbt am 10. Februar 1923 in München.

Seit dem „Wilden Westen“ eines Wilhelm Conrad Röntgen anno 1895 ist viel passiert in unserer radiologischen Welt.

Und hätte dieser Professor Röntgen im Rahmen seiner Experimente nicht eines Tages zufällig einen Leucht- schirm dem Strahlengang seiner „Kathodenstrahlröhre“ ausgesetzt und sich anschliessend gewundert, dass dieser aufzuleuchten begann, so würde die Medizin vielleicht noch heute in vielen Bereichen „im Trüben fischen“…

Historische Röntgeneinrichtung,

Heutzutage arbeiten wir mit modernsten Verfahren, die bei einem Maximum an diagnostischer Ausbeute ein Minimum an Strahlenexposition garantieren - soetwas wie Strah- lendosis hatte damals noch niemanden interessiert, denn man konnte sie weder messen oder verstehen, noch wusste man von ihrer biologischen Wirkung. Die “X-Strahlung” war ja nur eine Art von “neuem Licht”..

The New York Post.

Die Entdeckung dieser neuen Technik trieb anfangs kuriose Blüten: so erfand man Röntgengeräte, mit denen man in Schuhgeschäften stundenlang nach Lust und Laune unter Durchleuchtung mit seinen Zehen wackeln konnte.

Schuhdurchleuchter ("Pedoskop").
Schuhdurchleuchtung.
Zeitungsanzeige 1904.
Schuhdurchleuchtung.

Ein Märchen ist es aber, daß es auf Gesellschaften “in” war, ganze Gruppen unter dem Durchleuchtungsschirm zu betrachten, wie ihre Knochen sich beim Tanz bewegten. Aber: vom Strahlenschutz und von den potentiellen Gefahren der „X-Strahlung“ wußte man noch nicht besonders viel…

Geräteschild.
Tanzgesellschaft "unter Durchleuchtung".

Es gab sogar therapeutische Vorschläge, wie man mit Radiumbestrahlungen oder Röntgenstrahlung Mutter- male zum Verblassen bringen könnte. 
Sorglos und grosszügig wurde mit dieser neuen Technik umgegangen.
Viele Röntgenpioniere wurden strahlenkrank, nicht we- nige lebten verfrüht ab, und bis weit in das 20. Jahrhun- dert war der “Strahlenkatarakt”, der graue Star des Ra- diologen eine Berufskrankheit. Er entstand während der Ära der Leuchtschirme, da hier die Radiologen im flau-

en Schimmern des Leuchtschirmes über Stunden des Tages beim Betrachten der durch- leuchteten Patienten mitten im Strahlengang sassen. Davon kann natürlich heute keine Rede mehr sein, auch die Patienten erhalten mit den modernen Geräten nur noch einen Bruchteil der Strahlung.

Noch heute die renommierteste Fachzeitschrift der Radiologie.
Nobelpreisurkunde für Röntgen.

“Radiology” ist heute die re- nommierteste wissenschaft- liche Zeitschrift unseres Faches. Sie wurde 1923 gegründet. Heute existieren mehr als 30 international auf- lagenstarke Periodika, die sich mit Radiologie be- schäftigen. Ein ebenfalls aner- kanntes Journal ist das “European Journal of Radio- logy” oder die deutsche Zeitschrift “Der Radiologe” und viele weitere.

Der erste Nobelpreis von 1901 war für Wilhelm Conrad Röntgen.

Anklicken zur Internetseite!

Viele interessante weitere Informationen finden Sie beim Besuch und auf der Internetseite des Röntgen- museums in Remscheid.

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